Wofür die Steuerklasse da ist
Die Steuerklasse (genauer: die Lohnsteuerklasse) ist eine Regel für den monatlichen Abzug, nicht für die endgültige Steuer. Sie legt fest, welche Freibeträge Ihr Arbeitgeber bereits im laufenden Monat in die einbehaltene Lohnsteuer einrechnet – den Arbeitnehmer-Pauschbetrag (1.230 € im Jahr), den Sonderausgaben-Pauschbetrag (36 €) und, je nach Klasse, weitere Beträge. Aus diesen Freibeträgen und dem Tarif des § 32a EStG ergibt sich, wie viel jeden Monat vom Bruttolohn abgeht.
Entscheidend und oft missverstanden: Die Steuerklasse verschiebt vor allem, wann Sie zahlen, nicht wie viel ein Haushalt über das Jahr trägt. Zu viel oder zu wenig einbehaltene Lohnsteuer wird bei der Veranlagung verrechnet. Eine niedrig abziehende Klasse bedeutet also nicht automatisch weniger Steuer – sie bedeutet zunächst nur ein höheres Netto im Monat, das später ausgeglichen wird.
