Der Unterschied zu Österreich
Dieser Punkt ist der schärfste Unterschied zwischen dem deutschen und dem österreichischen Lohnsystem – und er fällt genau umgekehrt aus, als man vermuten könnte. In Österreich sind das 13. und 14. Gehalt (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) fest eingeplant: Nahezu jede und jeder Beschäftigte erwartet sie, und sie werden – im Rahmen des sogenannten Jahressechstels – mit einem eigenen, deutlich niedrigeren Festsatz besteuert. Ein österreichischer Rechner, der sie ausließe, wirkte kaputt.
Deutschland hat beides nicht: keinen gesetzlichen Anspruch auf ein 13. Gehalt und keine begünstigte Besteuerung dafür. Wo Österreich eine planbare, steuerlich bevorzugte Sonderzahlung kennt, behandelt Deutschland dieselbe Zahlung als gewöhnlichen sonstigen Bezug zum vollen Grenzsteuersatz. Deshalb kann ein deutscher Monatsrechner einen sauberen Nettolohn zeigen, ohne das Weihnachtsgeld mitzurechnen – es ist hier kein fester Bestandteil des Systems, sondern eine vertragliche Zusatzleistung.
